Gluten - Praxis Dr. Nicolai Schreck

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Gluten

Ernährung
"Zöliakie" ist eine Mischung aus Allergie und Immunerkrankung. Sie führt zu einer Zerstörung von Dünndarmschleimhaut in Abhängigkeit der Glutenaufnahme. Zöliakie wird durch die endoskopische Entnahme von Gewebsproben aus dem Dünndarm eindeutig diagnostiziert. Sie ist derzeit nur durch glutenfreie Ernährung symptomatisch zu behandeln und nicht heilbar.
Daneben gibt es aber heute zunehmend mehr Menschen, die keine Schäden der Dünndarmwand aufweisen, damit keine Zöliakie haben, aber dennoch unter mehr oder weniger stark ausgeprägten Symptomen leiden, wenn sie zu viel glutenhaltige Lebensmittel zu sich nehmen. Die Schulmedizin weiß damit noch nicht so sehr viel anzufangen und hat dem stark zunehmenden Phänomen erstmal den Namen "Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität" gegeben.

In der Ganzheitsmedizin ist die stetig und langsam bis ins Unermeßliche steigende Gluten- und Milchmenge, die Menschen in Wohlstandsgesellschaften verzehren, schon lange als Mitursache vieler entzündlicher Vorgänge in und um den Darm herum bekannt. Lectine wie das Gluten, aber auch das Casein der Milch verursachen eine vermehrte Durchlässigkeit der Darmwand für körperfremde Stoffe (sog. "leaky gut"). Dies bereitet den Boden für alle Autoimmunerkrankungen vom Asthma über Neurodermitis bis zur Schilddrüsenerkrankung.
Während das Wissen, um geeignete Nahrungsmittel bei uns immer mehr schwindet, nehmen Diagnosen wie "Reizdarm", "leaky gut" etc. stetig zu.

Die entscheidende Erkenntnis aber ist:
Glutenhaltiges Getreide und Milch sind keine geeigneten Nahrungsmittel für die Gattung Mensch!

Gluten hat bei den entsprechenden Getreidesorten unter anderem die Aufgabe, Freßfeinde abzuweheren. Der größte Feind des Weizen ist z.B. der Mensch. Wie es scheint, greift die Abwehrstrategie der glutenbildenden Pflanzen langsam aber sicher!

Dem Gluten sehr ähnlich und für den Darm genauso schädlich sind die Secaline im Roggen, Hordeine in der Gerste und auch das Casein der Milch!
meiden Sie:
  • Weizen
    enthält Unmengen an Gluten

  • Dinkel
    enthält Gluten

  • Roggen
    enthält Secalin

  • Gerste
    enthält Hordein

  • Milch u. Frischmilchprodukte
    enthalten Casein, das die gleiche Wirkung auf den Darm hat wie Gluten!
    Casein ist das Haupteiweiß der Kuhmilch. Käse und Quark enthalten am meisten Casein, aber auch Joghurt und in geringerem Maße in Buttermilch oder Kefir.

in der Regel glutenfrei:

Getreide:
  • Reis, Mais, Buchweizen, Hirse, Amaranth, Quinoa, Sonnenblumenkerne, Sesamkerne, Leinsamen, Kürbiskerne, Mohn
  • Sojamehl, Kastanienmehl
  • Hanfsaaten

Milchprodukte:
    • Schaf- und Ziegenmilch enthalten deutlich weniger Casein und sind damit für den Menschen besser verträglich.
    • Soja-, Mandel- oder Nußmilch enthält kein Casein.
    übrigens:
    Casein kann durch Bakterien abgebaut werden. Somit sind vergorene Milchprodukte (Kefir, Dickmilch) und lange gereifter Käse hinsichtlich des Lectingehaltes verträglicher.
    Gluten, Casein und Hashimoto:
      Gluten und Casein führen über ein leaky-gut zu einer ständigen Aktivierung des Immunsystems (s.o.). Zudem kann die Ähnlichkeit von Gluten u. Casein mit Bestandteilen des Schilddrüsengewebes zur Bildung von Antkörpern gegen Schilddrüsenbestandteile führen. Damit ist der Weg frei für die Entstehung einer Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung meist als Hashimoto-Thyreoiditis.
    Casein und Gliadin wirken wie Morphin:
      Ein Bestandteil des Glutens, das sog. Gliadin und Verdauungsprodukte des Caseins, die bei gereizter Darmwand (leaky gut) in großen Mengen auch ins Gehirn gelangen, entfalten dort die gleiche Wirkung wie köpereigene Endorphine. Das heißt sie wirken an Morphinrezeptoren, machen uns schläfrig und geben uns ein Wohlgefühl, das zu einem stetigen Verlangen nach mehr von Drogen Weizen und Kuhmilch führt.

    Gerade bei Kindern kann die Gewöhnung an Weizen und Milchprodukte zu fatalen Dauerreizungen der Morphinrezeptoren und in den Nahrungspausen zu regelrechten Entzugserscheinungen führen.
    Diese Erkenntnisse sind inzwischen einge Jahre alt (GrainBrain, David Perlmutter, 2013 / Gluten-related neurologic dysfunction, Hadjivassiliou Marios et al., 2014 / Gluten in der Nahrung, Klaus-Dietrich Runow, 2015).
    Schulmedizinische Diagnosen lauten dazu heute "Kopfschmerzen / Bauchschmerzen unklarer Ursache", "psychosomatisch" oder nicht allzu selten "ADHS"! Und mit ganz viel Gliadin und Casein besetzen Morphinrezeptoren sitzen die Kinder dann beim Psychologen oder quälen sich Ritalin-betäubt durch ihre täglichen Entzugsphasen.
    Oft reichen schon einige gluten- und milchfreie Wochen, die Substitution von Omega-3-Fettsäuren (zur Abheilung der entzündlichen Vorgänge) und Vitamin-D (die meisten Kinder haben hier gravierende Mängel, die mit zu den Symptomen beitragen) -  und viele Kinder sind "oh Wunder" wieder völlig gesund und beschwerdefrei.
    letzte Aktualisierung: 26.04.2019
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